VON DER ALKOHOLABHÄNGIGKEIT ZUR TAUFE: DIE GESCHICHTE VON VIKTOR, DER EIN NEUES LEBEN FAND
Ende Dezember 2020 kam Viktor zur christlichen Mission „Neues Leben“. Zu diesem Zeitpunkt war sein Leben bereits seit vielen Jahren von Alkoholabhängigkeit geprägt. Er arbeitete und versuchte, ein normales Leben zu führen, doch der Alkohol nahm ihm nach und nach immer mehr.
Viktor erinnert sich daran, dass er schon früher von Gott wusste, doch dieses Wissen veränderte seine Lebensweise nicht.
— Ich wusste, dass es Gott gibt, aber ich trank trotzdem weiter. Immer wieder sagte ich mir: „Am Montag höre ich auf.“ Dann kam der Montag — und alles begann von vorne.
Seine Angehörigen baten ihn immer wieder, mit dem Alkohol aufzuhören. Seine Kinder sagten ihm, dass sie bereit seien, ihren Vater zu unterstützen, wenn er nicht mehr trinken würde. Doch aus eigener Kraft konnte Viktor sich nicht aus der Abhängigkeit befreien.
Von der christlichen Mission „Neues Leben“ erfuhr er durch Menschen, die mit der Mission in Welykyj Dalnyk verbunden waren. Sie schlugen ihm vor, dorthin zu kommen und zu versuchen, sein Leben zu verändern.
Seitdem sind mehrere Jahre vergangen.
Heute lebt Viktor im Heim für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen der christlichen Mission „Neues Leben“. In dieser Zeit hat sich nicht nur sein Alltag verändert, sondern auch seine Einstellung zu Gott und zu sich selbst.
— Heute habe ich ein völlig anderes Verständnis von Gott. Ich verspüre weder den Wunsch zu trinken noch zu rauchen. Jetzt habe ich den Wunsch, anders zu leben.
Als sich sein Leben allmählich stabilisierte, begann Viktor wieder zu arbeiten. Etwa dreieinhalb Jahre lang arbeitete er als Hausmeister.
Dann geschah etwas, das ganz anders hätte enden können.
Eines Morgens war Viktor auf dem Weg zur Arbeit. An einem unbeschrankten Fußgängerüberweg wurde er von einem Auto angefahren.
An den Moment des Zusammenstoßes kann er sich kaum erinnern.
Es folgten eine Behandlung und eine lange Genesungszeit. Während dieser Zeit organisierte die christliche Mission „Neues Leben“ die notwendige Hilfe und Betreuung für ihn.
Später kam der Fahrer des Autos zu Viktor ins Krankenhaus.
— Er kam zu mir und sagte: „Ich bin derjenige, der Sie angefahren hat.“
Doch statt mit Wut zu reagieren, sagte Viktor ihm, dass er ihm nichts nachtrage.
Heute spricht er ruhig über diese Situation: Es ist geschehen, und er möchte dem Mann keine Schuld geben.
Doch damit war ihre gemeinsame Geschichte noch nicht beendet.
Vor dem Unfall hatte Viktor praktisch keine gültigen modernen Ausweisdokumente — er besaß noch einen sowjetischen Pass. Ausgerechnet der Mann, der das Auto gefahren hatte, begann später, ihm bei der Beschaffung neuer Dokumente zu helfen.
Sie blieben weiterhin in Kontakt.
Der Fahrer besuchte Viktor, und auch Viktor war bei ihm zu Hause. Was mit einem Verkehrsunfall begonnen hatte, entwickelte sich allmählich zu einer Verbindung, die unter anderen Umständen vielleicht niemals entstanden wäre.
Heute betrachtet Viktor diese Geschichte aus der Perspektive seines Glaubens.
Vielleicht, sagt er, kann Gott selbst durch schwierige und schmerzhafte Umstände zwei Menschen zusammenführen und diese Begegnung für etwas Größeres nutzen.
Für den einen wurde diese Geschichte zu einer Möglichkeit, dem Menschen zu helfen, den er unbeabsichtigt verletzt hatte. Für den anderen wurde sie zu einem weiteren Zeugnis dafür, dass das Leben nach schweren Ereignissen nicht zwangsläufig endet.
Manchmal beginnt gerade danach ein völlig neuer Abschnitt.
Auch früher gab es in Viktors Leben Situationen, die er wie durch ein Wunder überlebte. Er erinnert sich an einen schweren Autounfall, bei dem das Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit unterwegs war. Trotz des heftigen Aufpralls überlebten er und zwei weitere Insassen.
Früher betrachtete er solche Ereignisse einfach als Zufälle.
Heute sieht er sie anders.
Die größte Veränderung geschah nicht um ihn herum, sondern in seinem Inneren.
Im Jahr 2026 ließ sich Viktor taufen und bestätigte damit bewusst seinen Glauben an Gott.
Der Mann, der Veränderungen jahrelang „bis zum nächsten Montag“ aufgeschoben hatte, sagt heute etwas ganz anderes:
— Wenn Gott nicht gewesen wäre, weiß ich nicht, was ich heute hätte. Gott sei Dank zieht es mich nicht mehr zurück. Es gibt die Möglichkeit, sich zu verändern — und auch den Wunsch dazu.
Viktors Geschichte ist noch nicht zu Ende.
Doch heute besitzt er das, was er viele Jahre lang allein nicht finden konnte: ein nüchternes Leben, Menschen an seiner Seite, Arbeit, wiederhergestellte Dokumente, Glauben und einen Ort, der für ihn zu einem Zuhause geworden ist.
Und vielleicht ist das Wichtigste: Er muss nicht mehr bis zum nächsten Montag warten, um ein neues Leben zu beginnen.
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